Seit Herbst 2003 dreht sich an einer alten Scheune unweit des Museumsareals ein Wassermühlrad. Unter Verwendung alter Teile aus der historischen Irsermühle wurde sozusagen eine alte Situation wiederhergestellt, denn wahrscheinlich stand in dieser Flur früher bereits einmal eine Mühle. Der Altwindecker Bach treibt das Mühlrad, das ständig in Betrieb ist, an. In die Scheune aus dem Jahre 1796 soll in Zukunft eine Mehl-Mühle eingebaut werden, die durch das Wasserrad angetrieben wird.
Fachwerkscheune Gutmühle
mit Sägewerk (Transmission)
Der Förderverein Heimatmuseum Altwindeck e.V. ergänzte sein Museumsdorf 2008 um eine alte Fachwerkscheune aus Gutmühle von 1850 für ein historisches Sägewerk mit Transmission aus Much-Marienfeld aus dem Jahre 1934 für beeindruckende Schauzwecke.
Bericht: Windeck (JK / 01. März 2008) - Derzeit errichtet der Förderverein des Heimatmuseums Altwindeck e.V. das fünfte Fachwerkhaus auf dem schmucken Areal am Fuße der Burg Windeck. Nach Haus Merten, der Röcklinger Scheune, dem Gerressener Haus und der Göpelmühle vom Ottohof ist es diesmal erneut eine Scheune, die ihren Platz gleich neben dem Heimatmuseum bekommt und das Fachwerkensemble vervollständigt, denn es wird aus Platzgründen vorerst das letzte größere Bauprojekt sein.
Das Kuriose an dem Museumsdorf Altwindeck ist, dass die historischen Bauwerke allesamt ursprünglich ganz woanders gestanden haben. Wie ihr Name es schon sagt, stammt die Göpelmühle vom Ottohof und das Gerressener Haus hatte jahrhundertelang seine Heimat in dem Dorf Gerressen oberhalb Herchen. Doch irgendwann mussten die Fachwerkgebäude aus verschiedensten Gründen weichen - und dann treten die Museumsfreunde Altwindeck auf den Plan. Dann wird das Haus an seinem alten Platz ab- und in Altwindeck wieder aufgebaut.Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis ein gutes Stück Arbeit. So auch beim neuen Projekt, der Scheune Gutmühle.
Etwa seit 1850 hatte das Gebäude seinen Platz in dem Örtchen Gutmühle im Wahnbachtal. Vor anderthalb Jahren musste der Wasserverband jedoch zum Hochwasserschutz einen Bachlauf verändern - und der neue Weg des Gewässers führte direkt durch die Scheune. Das in die Jahre gekommene Gebäude sollte entsorgt werden, doch irgendwann erinnert sich ein Mitarbeiter des Wasserverbandes an einen Besuch in Altwindeck - und dass der dortige Förderverein einen Hang zur Fachwerkimmobilie hat. Der Kontakt war schnell hergestellt, der Fördervereinsvorstand begeistert. Es wurde schon seit langem nach einem Unterstand für ein historisches Sägewerk gesucht, dass seit vier Jahren im Museumsdorf abgedeckt steht.
Im Oktober 2006 begannen die Abrissarbeiten. Eine Gruppe Altwindecker Museumsfreunde machte sich fünf Wochen lang jeden Tag auf den Weg nach Neunkirchen-Seelscheid, um als Abrisskommando tätig zu sein. Die „Schüttelpannen“ wurden vom Dach geholt, die Bruchsteine gelöst und das Holzständerwerk abgebaut. Die Arbeit sollen recht gut von der Hand gegangen sein. Einerseits, weil durch die anderen Bauten schon Vorerfahrung vorhanden war, andererseits weil u.a. mit Restaurator Willi Kleinbongard und Zimmermann Nico Dedenbach findige Leute im Team waren.
Der Bauantrag wurde mit Unterstützung vom Architekturbüro Hoppe aus Windeck gestellt, der Fundamentaushub wurde kostenlos von der Firma Gartenbau Decker durchgeführt.
Ca 9 x 9 Meter ist die Grundfläche der Scheune, die Höhe des Dachfirst liegt bei rund fünfeinhalb Metern. Beim Aufbau wurde auf eine halbe Etage verzichtet, damit die Scheune nicht noch höher wurde. Weil die Fetten teilweise die komplette Gebäudelänge hatten, war Muskelkraft gefragt, wenn es ums Hochhieven der Balken ging. Ein Kran oder Lastzug war nicht vorhanden, also ging der 1. Vorsitzende Dieter Steinhauf vor den gewichtigen Aufgaben durchs Dorf und vergatterte die Bewohner, die nicht schnell genug in ihren Häusern verschwanden, zum Tragen. Die Altwindecker packten gerne mit an und so steht die Holzkonstruktion schon komplett. Bild1
Freunde des Fördervereins leisteten alleine durch ehrenamtliche tatkräftige Unterstützung am Bau über 400 Arbeitsstunden. So wurde eingeschalt, Beton und Baustahl eingebracht, dem Zimmermann Nico Dedenbach und Ehrenmitglied Willi Kleinbongard bei den Zimmerarbeiten zur Hand gegangen. Ganz herzlich danken möchte der Geschäftsführer des Fördervereins Jens Klein hiermit (in alphabetischer Reihenfolge): Bruno Althoff, Hans Brosowski, Volker Diehl, Egon Isnardy, Ditmar Michel, Wolfgang Otto, Johannes Salz, Rudi Salz, Ulli Schmidt, Peter Simon, Dieter Steinhauf, Hans Voß... für die tolle geleistete Arbeit der freiwilligen Helfer.Dies wurde auf dem Richtfest auch durch die Reden des 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Dieter Steinhauf,
des Bürgermeisters der Gemeinde Windeck, Jürgen Funke, und des Leiters der KSK Köln - Bezirksdirektion
Eitorf/Windeck, Helmut Ludwigs, gewürdigt. Den Richtspruch hielt Nico Dedenbach. Bild2
Nun sollen noch die Zwischenräume ausgemauert oder mit Lehm ausgefächert werden. Eine feierliche Vorstellung des historischen Sägewerkes in der neuen Scheune Gutmühle ist für den 30. August 2008 vorgesehen.
Die Kosten für das Projekt beziffert der Geschäfts- und Schriftführer Jens Klein auf rund 30.000 Euro. Dies sei auch nur durch die dankenswerte Unterstützungen von Stiftungen möglich gewesen. So wird das Projekt durch 9.000 € vom Landschaftsverband Rheinland, durch 4.000 € von der NRW-Stiftung und durch 2.500 € von der KSK-Stiftung gefördert.
Der Rest wird aus Eigenmitteln und Sponsoren getragen. Ein paar Spenden sind schon eingegangen. Für weitere notwendige Unterstützungen von sicher begeisterten Heimatfreunden bedankt sich der Förderverein schon einmal sehr.
Feierliche Inbetriebnahme am 30.08.2008 unter Beteiligung des Regierungspräsidenten Lindlar
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